Der Lukas Verlag ist ein kunst-, kultur- und zeitgeschichtlich ausgerichteter, unabhängiger, eigentümergeführter Wissenschafts- und Sachbuchverlag. Er wurde im Dezember 1995 von Frank Böttcher gegründet. Ungeachtet seines guten Rufs in Fachkreisen sowie beim allgemeinen Publikum und eines inzwischen weit über 400 Titel umfassenden, vergleichsweise breiten Programms handelt es sich nach wie vor um ein recht kleines Unternehmen. Sein Renommee verdankt der Lukas Verlag vor allem zahlreichen Büchern über den Widerstand gegen das NS-Regime oder zum Alltag in der DDR sowie zur Kunst- und Architekturgeschichte des Mittelalters und des 19. Jahrhunderts. Mit Blick auf unser regionalgeschichtliches Engagement kann sogar behauptet werden, dass wir eines der weithin ambitioniertesten Programme zur Kulturgeschichte der historischen Mark Brandenburg vertreten. Gelegentlich widmen wir uns aber auch philosophischen und musikwissenschaftlichen Fragestellungen, der Fotografie oder der zeitgenössischen bildenden Kunst.

Der Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte hat weder etwas mit dem erst 1997 gegründeten Lukas-Verlag und Buchhandel Johannes Meier im schweizerischen Buttikon (CH - 8863 Buttikon, Kantonsstr. 15, Tel. +41 55 444 23 19) noch mit dem Verlag Lukas & Sternberg aus New York zu tun.

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Der Verlag ist männlicher geworden – von links nach rechts: Jörg Hopfgarten (bis Juli 2017), Frank Böttcher und Alexander Dowe. (Foto: Marcus Lieberenz/bildbuehne.de, 2015)


Das Programm – Bücher ohne Verfallsdatum

Die ersten beiden Bücher des Programms waren eine Hegel-Exegese und ein Tagungsband »Zisterzienser in Brandenburg«. Das damit bereits angedeutete inhaltliche Spektrum wurde im Laufe der Jahre ausgeweitet, differenziert, modifiziert und präzisiert. Wissenschaftliche Reihen beispielsweise zur Backsteinarchitektur, zur Residenzkultur in der Frühen Neuzeit, zum Nachleben der Antike oder zu Kirchen im ländlichen Raum stehen neben Büchern zum Widerstand gegen das NS-Regime oder zum Alltag in der DDR. In der Kunst- und Architekturgeschichte dominieren das Mittelalter und das 19. Jahrhundert. Es gibt ferner einen kleinen Schwerpunkt mit Studien zu Hannah Arendt, aber auch einen mit musikwissenschaftlichen Untersuchungen zu Bach, Wagner, Varèse und Dylan. Und mit Blick auf sein regionalgeschichtliches Engagement (Thüringen, Harz-Region) kann behauptet werden, dass der Lukas Verlag heute das vielleicht weithin ambitionierteste Programm zur Kulturgeschichte der historischen Mark Brandenburg vertritt. Nicht nur der über sieben Kilogramm schwere Doppelband zur »Druckgrafik in Berlin von 1570 bis 1870« ist als Standardwerk anerkannt. Wirtschaftlich am erfolgreichsten war 2005 das Buch »Emmi Bonhoeffer. Gespräch, Essay, Erinnerung«, das es bis auf den fünften Rang der Spiegel-Bestsellerliste schaffte. Andere erfreulich breit wahrgenommene Titel sind Matthias Donaths »Architektur in Berlin 1933–1945«, Matthias Friskes »Geschichte des MOSAIK von Hannes Hegen« und vor einiger Zeit auch »Unerkannt durch Freundesland. Illegale Reisen durch das Sowjetreich«. Das in jeglicher Hinsicht gewichtigste Werk erschien im Herbst 2015: fünf voluminöse Bände über die historischen »Gärten und Parke in Brandenburg. Die ländlichen Anlagen in der Mark Brandenburg und der Niederlausitz« von Folkwart und Folkwin Wendland. Nicht nur in dieser Edition, dort jedoch ganz besonders manifestiert sich unser verlegerisches Motto »Bücher ohne Verfallsdatum«.


Wichtige Information für unsere Autoren

Seitdem die Diskussion um die »alte« und »neue« Rechtschreibung offenbar abgeschlossen ist (aber so gut wie keine sinnvollen Ergebnisse gebracht hat), verwenden auch wir zähneknirschend die »neue« Rechtschreibung und Interpunktion nach den Regeln der 27. Auflage des Dudens. In Zweifelsfällen wählen wir freilich mit guten Gründen strikt die »konservative« Möglichkeit.

Sie können hier die aktuellen Richtlinien zur Manuskriptgestaltung für die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Büchern und Beiträgen im Lukas Verlags als PDF-Datei herunterladen.


Praktika, Volontariate

Leider können wir auf absehbare Zeit weder Volontariate oder Lehrstellen noch Praktika anbieten.


Gedrucktes Programm, Newsletter

Zwar sind die Informationen über das lieferbare und geplante Verlagsprogramm naturgemäß auf unseren Internetseiten am aktuellesten. Wir senden Ihnen auf Anfrage aber auch gern die aktuell gültige Titelvorschau per Post zu.

Darüber hinaus empfehlen wir Ihnen, sich in den Newsletter einzutragen, so dass wir Sie bequem per Mail auf dem laufenden halten können. Sie müssen nicht befürchten, dass wir Sie andauernd mit digitaler Post bombardieren. Falls Sie von uns nicht mehr behelligt werden möchten, können Sie sich ebenso leicht auch wieder austragen.


Der Verleger

Frank Böttcher wurde 1960 in Lutherstadt Wittenberg geboren und wuchs dort auf. Nach dem Studium von 1981 bis 1985 an der Humboldt-Universität war er Diplomlehrer für Kunsterziehung und Deutsch, ohne jedoch anschließend je in der sozialistischen Volksbildung tätig gewesen zu sein. Statt dessen promovierte er 1988 an der Universität Greifswald über den Maler und Graphiker Max Lingner; daran schloss sich eine wissenschaftliche Assistenz ebenfalls in Greifswald an. Dass er die akademische Laufbahn bereits um 1990 – mitten in den »Wendewirren« – aus eigenem Antrieb beendete, lag nicht an den politischen Veränderungen im Lande, die er strikt begrüßte, sondern an Böttchers Wunsch, künftig praktischeren, irdischeren Tätigkeiten nachzugehen. Außerdem musste er sich als alleinerziehender Vater um seine Tochter kümmern.

Unter anderem schrieb Frank Böttcher damals Kunstkritiken für den Tagesspiegel und andere Zeitungen, erledigte für ein Architekturbüro architekturhistorische Recherchen – und fing 1991 in dem kleinen Kreuzberger Verlag Schelzky & Jeep an. Dort lernte er nicht nur das Büchermachen von der Pike auf, sondern auch – Böttcher kam aus dem Osten –, was eine Mehrwertsteuer ist, wie man MS-DOS-basierte Computer beherrscht und wie Buchhandel und Vertrieb und Pressearbeit funktionieren. Außerdem brachte er bei Schelzky & Jeep seinen halben Freundes- und Bekanntenkreis als Autoren unter.

FBL_00121995 kam der Punkt, an dem Frank Böttcher der Meinung war, er könne das alles künftig auch in eigener Verantwortung tun, und meldete am 1. Dezember den nach seinem Sohn benannten Lukas Verlag beim Gewerbeamt an. Bis 1999 waren Verlagsort und Wohnung identisch. Im Frühjahr 1996 erschienen die ersten zwei Bücher: eine komplexe Hegel-Exegese von Gustav Falke und der u.a. von Dirk Schumann herausgegebene erste Band einer inzwischen einunddreißigbändigen Studienreihe zur Geschichte, Kunst und Kultur der Zisterzienser. Diese inhaltliche Bandbreite ist bis zum heutigen Tag, an dem mittlerweile deutlich über 400 Titel erschienen sind, mehr oder weniger beibehalten worden. Der Lukas Verlag hat sowohl Kunstgeschichte als auch Zeitgeschichte im Programm, widmet sich Studien zu Germanistik, Philosophie oder Musik, aber ebenso dem Umgang mit historischen Fenstern in Baudenkmalen, befasst sich immer wieder mit dem Mittelalter und gleichermaßen mit der NS-Zeit oder dem Leben in der DDR. Manche Bücher sind äußerst speziell und hochwissenschaftlich, andere bei aller Solidität recht publikumsfreundlich. Besonderes Renommee hat er sich auf den Gebieten der Kulturgeschichte Brandenburgs sowie des Widerstands gegen die Nazidiktatur erarbeitet.

Spätestens ab 2002 war das alles nicht mehr allein zu bewältigen; damals stieß Ben Bauer als Mitarbeiter hinzu. 2007 übernahm Susanne Werner diesen Arbeitsplatz. Binnen achteinhalb Jahren hat sie rund einhundert unserer Bücher betreut und so das Profil und Renommee unserer Publikationen ganz wesentlich mitgeprägt. Im Sommer 2015 verließ sie uns, um sich neuen beruflichen Herausforderungen widmen zu können. Mit dem Eintritt von Jörg Hopfgarten und Alexander Dowe zeigt sich der Verlag wieder männlicher…

2004 geriet der Lukas Verlag in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten. Ein Jahr später wurde er aus der Misere errettet, weil damals Günter Jauch das Buch »Emmi Bonhoeffer. Gespräch, Essay, Erinnerung« in der damals noch existierenden Sendung Elke Heidenreichs »ZDF-Lesen!« dem Publikum empfahl – die Folge war ein sensationeller 5. Platz auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Nach einem etwa halbjährigen Ausnahmezustand kehrte freilich bald wieder Normalität ins Geschäft zurück. Halb freiwillig, halb unfreiwillig gehört das Unternehmen weiterhin zu den ziemlich kleinen im Lande – und wird doch von vielen Menschen überaus geschätzt.

Anfang 2011 wurde der Verleger endlich einmal selbst zum Mitherausgeber (neben Cornelia Klauß) und Mitautor eines Buches: In »Unerkannt durch Freundesland« beschreiben er und andere die teils spektakulären illegalen Reisen von zumeist jungen DDR-Bürgern durch das riesige Sowjetreich der 1970er und 1980er Jahre.

Frank Böttcher ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er lebt in Berlin-Prenzlauer Berg und in Rosenwinkel (Ostprignitz).

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Zwei Pressebeiträge:

Frank Kallensee in der »Märkischen Allgemeinen Zeitung« vom 29./30.1.2005

Uwe Stiehler in den »Brandenburger Blättern« der Märkischen Oderzeitung vom 7.8.2009

 

Kurt Wolff Stiftung

Der Lukas Verlag schätzt und unterstützt die Kurt Wolff Stiftung zur Förderung einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene, die sich für die Interessen konzernunabhängiger Verlage engagiert und jährlich den Kurt Wolff Preis für das Lebenswerk, für das Gesamtschaffen oder ein herausragendes Verlagsprogramm eines deutschen oder in Deutschland ansässigen unabhängigen Verlegers verleiht..

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Ein paar Bilder aus der Verlagsgeschichte

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Barbara Felsmann (Mitte), Annett Gröschner (rechts) und Frank Böttcher während der Buchvorstellung und Lesung von »Durchgangszimmer Prenzlauer Berg« im »Theater unterm Dach«, Berlin-Prenzlauer Berg, am 27. November 1999
© Steffen Böttcher

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Frank Böttcher, Barbara Felsmann, Annett Gröschner und Wolfgang Thierse (v.l.n.r.) während der Lesung von »Durchgangszimmer Prenzlauer Berg« im Willy-Brandt-Haus, Berlin-Kreuzberg, am 10. April 2000
© Klaus-Dieter Felsmann

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Hans-Joachim Maaz, General a.D. Hans Peter von Kirchbach, Hendrik Röder und Klaus-Peter Möller während der Buchvorstellung und Podiumsdiskussion von »Der wahre E« im Potsdamer Alten Rathaus am 29. November 2000
© Steffen Böttcher

Bebelplatz

Frank Böttcher beim Berliner Bücherfest auf dem Bebelplatz in Berlin-Mitte, 30. Juni 2001

© Susanne Schleyer

Kurkapelle

Die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot während der Buchvorstellung von »Beim Kleinen Trompeter habe ich immer geweint« in der Berliner Segenskirche, 13. Dezember 2003

© Peter Oehlmann

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Günther Jauch empfiehlt am 12. April 2005 in Elke Heidenreichs ZDF-Sendung »Lesen!« das Buch »Emmi Bonhoeffer. Essay, Gespräch, Erinnerung« und sorgt damit für den größten denkbaren Erfolg in der Geschichte des Lukas Verlags. Der Titel erreichte auf der Bestsellerliste des SPIEGEL einen 5. Platz.

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Ben Bauer, der mittlerweile im Reimer Verlag arbeitet, und Frank Böttcher in den Verlagsräumen, 3. Mai 2005

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Jürgen Kuttner und Siegfried Schmidt-Joos im Gespräch über Idole und Freaks, Tod und Legende in der Popmusik, 4. Mai 2006 in einer Thalia-Filiale in Berlin

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Richard Klein liest im »Waschhaus« in Potsdam aus seinem Bob-Dylan-Buch, 24. Mai 2006

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Walter Momper bei der Vorstellung des Bandes »Die ›andere‹ Reichshauptstadt« Hans-Rainer Sandvoß am 27. September 2007 im Willy-Brandt-Haus, Berlin-Kreuzberg

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Wieland Förster erhält in Neuhardenberg von Matthias Platzeck den Brandenburgischen Kunstpreis, 12. Juli 2009

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Ausstellungseröffnung und Buchpräsentation »Unerkannt durch Freundesland« am 14. Januar 2011 in der Galerie Raskolnikow, Dresden

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Das war der Verlag im April 2010 – von links nach rechts: Linda Vogt (bis Ende 2011), Susanne Werner (bis Juli 2015) und Frank Böttcher. (Foto: Cordula Giese)

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Ausstellungseröffnung »Unerkannt durch Freundesland« am 20. September 2013 in Suhl. Von links nach rechts: Uwe Wirthwein (UdF-Reisender und Autor), Dr. Jens Triebel (UdF-Reisender und Oberbürgermeister), Cornelia Klauß (Herausgeberin), Jens Kuhbandner (Verleger des Notschriften-Verlags), Frank Böttcher (UdF-Reisender und Verleger)

 

P.S.

Ohne Henrik Jeep gäbe es den Verlag nicht. Oliver H. Schmidt leistete wichtige Starthilfe in Sachen Zisterzienser, Gustav Falke gab in den ersten Jahren wertvollen Rat und Zuspruch, Dirk Schumann ist seit eh und je rastlos beim Austüfteln neuer Projekte. Ben Bauer danke ich für die frühere und Susanne Werner für die aktuelle Mitarbeit. Meinen inzwischen erwachsenen Kindern Lukas und Elisabeth danke ich für ihre Geduld mit dem Vater vorm Computer. Und Gudrun Minnich danke ich sowieso für alles.