Durchgangszimmer Prenzlauer Berg
     

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Barbara Felsmann (Hg.), Annett Gröschner (Hg.)

Durchgangszimmer Prenzlauer Berg

Eine Berliner Künstlersozialgeschichte der 1970er und 1980er Jahre in Selbstauskünften

Zweite, neu gestaltete und um Fotografien ergänzte Auflage
461 Seiten, 46 Abb., 158 x 235 mm, Klappenbroschur, Mit Fotografien von Barbara Metselaar Berthold und Robert Conrad
März 2012
sofort lieferbar
ISBN 978-3-86732-121-1
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Mit Texten von Mario Achsick, Tina Bara, Frank Böttcher, Peter Brasch, Elke Erb, Lothar Feix, Barbara Felsmann, Jörg Foth, Klaus Gendreizig, Sergej Gladkich, Annett Gröschner, Gerhard Hillich, Bernd Holtfreter, Burkhard Kleinert, Ruth Kothe, Wolfgang Krause, Günter Lindner, Wilfriede Maaß, Grischa Meyer, Bert Papen­fuß, Richard Pietraß, Ulrike Poppe, Petra Schramm, Franka Silberstein, Brigitte Struzyk, Heiner Sylvester, Peter Wawerzinek, Ulrich Wüst / Mit Fotografien von
Robert Conrad, Barbara Metselaar Berthold

Prenzlauer Berg ist binnen zweier Jahr­zehnte zu einer banalen Residenz von Besserverdienenden geworden. Die längste Zeit aber war er ein verrotteter, rauer, urbaner Arbeiterkiez. Von den 1960er bis zu den 1980er Jahren siedelten sich hier zudem viele Künstler, Studenten, Intellektuelle, Punks und andere nicht eben stromlinienförmige Existenzen an. Zwischen ihnen entstand eine intensive geistige Infrastruktur mit großer Ausstrahlung in die gesamte DDR und über deren Grenzen hinaus.

Barbara Felsmann und Annett Gröschner wollten schon früh wissen, welche biographischen, sozia­len und politischen Umstände es waren, aus denen sich schließlich der Mythos vom »Künstlerviertel Prenzlberg« speiste. Deshalb haben sie von 1997 bis 1999 zahlreiche Gespräche mit Protagonisten oder auch kenntnisreichen Randfiguren geführt. In den daraus kondensierten Texten geben die Gesprächspartner die Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit des Gewesenen ganz unprätentiös wieder, wie sie es erlebt haben. So wurde dieses lange vergriffene, nach dreizehn Jahren endlich neu aufgelegte und um zwei Fotoessays von Barbara Metselaar Berthold und Robert Conrad ergänzte Buch zu einem bedeutenden Oral-History-Dokument der ostdeutschen und Berliner Geschichte.

Über Wohnungen, Kneipen, Arbeit, Träume, Ausreise, Kunst und Politik berichten Mario Achsnick, Tina Bara, Peter Brasch, Elke Erb, Lothar Feix, Jörg Foth, Klaus Gendreizig, Sergej Gladkich, Gerhard Hillich, Bernd Holtfreter, Burkhard Kleinert, Ruth Kothe, Wolfgang Krause, Günter Lindner, Wilfriede Maaß, Grischa Meyer, Bert Papen­fuß, Richard Pietraß, Ulrike Poppe, Petra Schramm, Franka Silberstein, Brigitte Struzyk, Heiner Sylvester, Peter Wawerzinek, Ulrich Wüst sowie die Heraus­geberinnen selbst.

 

Pressestimmen

Berliner Morgenpost »Diese Sammlung enthält mehr an Authentischem über die untergegangene DDR als die Bücher der Gauck-Behörde und alle einschlägigen Romane.« 

Der Tagesspiegel »Erinnerungen an bohèmehafte Zeiten in Ost-Berlin. Unsentimentale Auskünfte darüber, was mit der DDR verlorenging. Und Einblicke in wilde Liebes- und Familienbeziehungen, die im Westen so nicht üblich waren.« 

Freitag »Das dicke Buch sollte jedem zur Pflichtlektüre gemacht werden, der vom Prenzlauer Berg schwärmt. […] Vielleicht war es diese Symbiose aus proletarischen Widerstandsresten und der Sehnsucht junger Bewohner, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, die den Charakter des Bezirkes prägten.«

Barbara Felsmann
© Katja Klemm 2010

Barbara Felsmann

Barbara Felsmann wurde 1956 in Berlin geboren und studierte nach dem Abitur Germanistik, Slawistik und Pädagogik an der Universität in Rostock. Nach zwei Berufsjahren als Lehrerin an einer Berliner Oberschule arbeitete sie als freie Dokumentalistin und Regieassistentin im Dokumentarfilmbereich. Hauptschwerpunkt waren dabei Filme über die Kunst und Kultur der 1920er und 1930er Jahre. Daneben begann Barbara Felsmann für Kinderzeitschriften und für den Rundfunk zu schreiben.

1990–94 war sie als Redakteurin beim Kinderfunk vom RIAS bzw. vom Deutschlandradio angestellt und mitverantwortlich für die Sendungen »Panther & Co« und »Kids & Minis«. In dieser Zeit entstanden unter ihrer Autorenschaft verschiedene Kinderfeatures, unter anderem zu den Themen »Hexen, Hexentanz und Hexenverfolgung«, »Das Wunderkind Jewgenij Sudbin« oder »Walter Petri liest«.

Seit 1994 arbeitet Barbara Felsmann als freiberufliche Autorin und Journalistin. Neben Buchveröffentlichungen schreibt sie Rundfunkfeatures und Reportagen für den MDR und Deutschlandradio Berlin. In ihrer Arbeit wendet sie sich immer wieder Lebensgeschichten aus der jüngsten Vergangenheit zu.

 

Buchveröffentlichungen

  • 1992 zusammen mit Prof. Karl Prümm: Kurt Gerron – Gefeiert und Gejagt. Das Schicksal eines deutschen Unterhaltungskünstlers, Edition Hentrich Berlin
  • 1999 zusammen mit Annett Gröschner: Durchgangszimmer Prenzlauer Berg. Eine Künstlersozialgeschichte, Lukas Verlag Berlin
  • 2002 Blicke, Begegnungen, Berührungen – 25 Jahre Kinderfilmfest der Internationalen Filmfestspiele Berlin, jovis Verlag Berlin
  • 2003 Beim kleinen Trompeter habe ich immer geweint. Kindheit in der DDR – Erinnerungen an die Jungen Pioniere, Lukas Verlag Berlin
  • in Vorbereitung: Barbara Felsmann, Annett Gröschner, Grischa Meyer (Hg.): Backfisch im Bombenkrieg. Ein Tagebuch in Steno.

Einstündige Rundfunkfeatures

  • 1996 Dass Du recht lange für mich da bist … – Eine Frauenfreundschaft (MDR-Kultur)
  • 1998 Leben von einem zum anderen Tag – Die Bürstenmacherfamilie Steinbrück (MDR-Kultur)
  • 1998 Seid bereit – immer bereit! Erinnerungen an die Jungen Pioniere (MDR-Kultur)
  • 2001 Ein großes Wolkenschlösschen – Der Prenzlauer Berg von Berlin (zusammen mit Annett Gröschner – Deutschlandradio Berlin)
  • 2003 Feuerbrand und Feuerrausch. Ein Feature über Pyromanie und Pyrotechnik (MDR-Kultur)
  • 2005 Das Blut entflammt im Kopf sich zum Gedicht – Der Dichter Adolf Endler (Deutschlandradio Kultur)
  • 2007 Leben im Sterben. Das Berliner Lazarus-Hospiz (Reportage, zusammen mit Manuela Schönberg, Deutschlandradio Kultur)

Stipendien

  • November 2003 Arbeitsstipendium im Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop

Annett Gröschner
© Philipp von Recklinghausen

Annett Gröschner

Annett Gröschner schreibt Lyrik, Prosa, Essays; Zusammenarbeit mit Bildenden KünstlerInnen und FotografInnen; veröffentlicht Feuilletons, Reportagen und Kolumnen.

 

  • 1964 in Magdeburg geboren, lebt seit 1983 in Berlin, ein Sohn (*1989).
  • Nach dem Abitur 1982 Ankleiderin an den Bühnen der Stadt Magdeburg, 1983-1989 Studium der Germanistik an der Humboldt-Universität Berlin,
  • 1990-91 Forschungsstudium in Berlin und Paris,
  • 1990-91 Mitbegründerin und Mitarbeiterin der Frauenzeitschrift Ypsilon,
  • 1992-1996 Arbeit als Historikerin für das Prenzlauer Berg Museum,
  • seit 1994 Beteiligung an zahlreichen Forschungs-, Buch- und Ausstellungsprojekten.
  • 1994-1998 Redakteurin und Herausgeberin der Zeitschriften Sklaven und Sklavenaufstand,
  • seit 1997 freiberuflich als Schriftstellerin und Journalistin, u.a. für die Berliner Seiten der FAZ (1999-2002), den Freitag, die taz, Theater der Zeit, Literaturen u.v.a.,
  • 2005-2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Sachbuchforschungsprojektes der Universität Hildesheim und der Humboldt-Universität Berlin
  • 2009 Dozentin für besondere Aufgaben am Institut für literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim
  • Mitglied des P.E.N.

 

Die sehr schöne und informative Homepage der Autorin.

Leseproben und Dokumente

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