Fürst und Fürstin als Künstler
     
Annette C. Cremer (Hg.), Matthias Müller (Hg.), Klaus Pietschmann (Hg.)

Fürst und Fürstin als Künstler

Herrschaftliches Künstlertum zwischen Habitus, Norm und Neigung

Schriften zur Residenzkultur [11]

158 x 235 mm, ca. 400 Seiten, ca. 250 teils farbige Abbildungen
ersch. Dezember 2017
ISBN 978-3-86732-278-2
Preis 36,– €
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Die Künste gehörten seit der Antike zu den wichtigsten Feldern herrschaftlicher Praxis, da erst ihre Kenntnis und Förderung den Typus des klugen, gebildeten Regenten zu sinnfälliger Anschaulichkeit verhalf. Von daher war es für Herrscher aller Zeiten eine Selbstverständlichkeit, Künstlern ein passendes Betätigungsfeld am Hof oder in der Stadt zu verschaffen. Ein Regent, der künstlerisch selbst tätig wird und dies noch dazu in aller Öffentlichkeit zelebriert, ist hingegen erklärungsbedürftig. Denn möchte man ein solches Verhalten nicht einfach nur als charakterliche Marotte, sondern als Ausdruck von Normen, Mustern und möglichen Topoi oder als Habitus bewerten, entstehen eine Reihe von Fragen und Problemen. Hier setzen die Beiträge des Buches an und nehmen erstmals aus einer interdisziplinären Perspektive heraus das nur wenig untersuchte Phänomen von zeichnenden, architekturentwerfenden, konstruierenden, drechselnden, stickenden oder komponierenden Fürsten und Fürstinnen diachron in den Blick. Zugleich gehen sie auf die damit verbundenen Theorien, Kategorien und historischen Habitus-Entwürfe ein. Der Fokus liegt dabei auf den Mitgliedern reichsunmittelbarer Familien, eigenständigen Territorialherren, Fürsten und Fürstinnen aus dem Alten Reich und den angrenzenden europäischen Ländern.
Das Resultat sind neue Erkenntnisse zur Kunst-, Kultur- und Sozialgeschichte, aber auch zur materiellen Kultur höfischer Gesellschaften im Europa der Frühen Neuzeit.

Matthias Müller

Matthias Müller

Prof. Dr. phil. Matthias Müller, geb. 1963 in Wuppertal; Studium der Kunstgeschichte, Christlichen Archäologie, Byzantinischen Kunstgeschichte und Neueren deutschen Literatur in Marburg, Berlin und Hamburg; 1991 Magister; Promotionsstipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes; 1995 Promotion an der Philipps-Universität Marburg mit einer Arbeit über die Zweiturmanlage der Marburger Elisabethkirche (Baugeschichte, Vorbilder, Bedeutung) (erschienen Marburg 1997); 2001 Habilitation mit einer Arbeit zu den metaphorischen Aspekten im deutschen Schlossbau des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit (»Das Schloß als Bild des Fürsten«, erschienen Göttingen 2004); 1994 freier wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bildarchiv Foto Marburg; 1994–95 wissenschaftlicher Volontär des Landesmuseums Koblenz; 1995–2001 wissenschaftlicher Assistent, seit 2001 Privatdozent und Oberassistent am Caspar-David-Friedrich-Institut (Bereich Kunstgeschichte) der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald; 2002–06 Vertretungsprofessor (Lehrstuhl für Kunstgeschichte) an diesem Institut; seit 2006 Inhaber des Lehrstuhls für Kunstgeschichte der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Mitglied der Residenzenkommission der Göttinger Akademie der Wissenschaften und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Rudolstädter Arbeitskreises zur Residenzkultur e.V.

Lehr- und Forschungsschwerpunkte: Architektur und bildende Kunst des Mittelalters, der Frühen Neuzeit und der Moderne; Bildkonzepte in der Architektur und höfischen Malerei; Kunst als Medium der Erinnerungskultur, der Residenzkultur und von Prozessen des Kulturtransfers.

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